Mein Weg - Meine Suche
Wenn im Fernsehen oder in Zeitschriften Berichte von alten Stämmen, traditionellen Ritualen oder von sogenannten “modern primitives” kommen, finden die meisten Menschen so etwas abstoßend und unmenschlich. Sie ekeln sich fast schon davor und erklären diese Leute für psychisch krank und so weiter..
Doch mich haben solche Sachen schon immer fasziniert. Soweit ich nur zurückdenken kann, haben meine Augen immer schon gefunkelt, wenn ich solche Berichte sah oder las. Als kleines Kind an der Hand seiner Mutti den Altrockern und ihren Tattoos hinterher gestarrt. Es hat mich einfach in den Bann gezogen und ich konnte und wollte auch nix dagegen tun.
Jetzt wo ich zurück schaue, erinnere ich mich wie ich mir als Kind jedes Jahr aufs neue mit meinem guten alten Schweizer Taschenmesser irgendwelche Narben reinkratzte, welche immer wieder nach dem Winter verschwanden (als sich die Haut wieder farblich anglich) und immer wieder ritzte ich mir solche Muster in die Haut, um sie während des Sommers zu tragen…
Meine Mutter hat mir das damals natürlich verboten und jedesmal als ich neue Schmucknarben hatte, gab es eine endlose Moralpredig und und und. Sie verstand es nicht - aber das hatte nichts mit einer Krankheit im psychische Sinne zu tun. Ich fand es einfach irgendwie cool…
Immer mehr stieg auch mein Interesse an Tätowierungen. Natürlich verbot mir meine Mutter, das ich mich mit 14 tätowieren lassen durfte. So lag es natürlich nahe selbst Hand an zulegen. Mit einer Nadel pikste ich mir die Farbe in die Wade. Als es fertig war, dachte ich, das das so noch nicht hält und schnitt die komplette Schrift mit einem Teppichmesser nach. Das war wohl genau das Falsche gewesen. Die Farbe wuchs mit der Kruste heraus und es blieb eine kleine Narbe. Ich versuchte es noch mal und tätowierte mir ein kleines Schwert auf die andere Seite der Wade. Diesmal ohne nachschneiden. Und es blieb - wenn auch nur ganz dezent aber es blieb. Nun ging es wieder an die Innenseite der Wade , wo ich bereits das erste mal probierte. Da ich nicht wirklich wußte, wie das alles funktioniert, blieb mir nur eins: testen, testen, testen. Das tat ich dann auch. Und es blieb bei jedem mal mehr Farbe drin. Ich probierte wie es ist, wenn ich die Farbe am Schluß draufkippe und einpacke, damit sie über Stunden hineingezogen werden kann. Ich probierte wirklich viel an meinem Bein herum. Ich probierte so ziemlich von jedem Stift die Farbe, den ich in die Finger bekam und mein Bein sah das ein und andere mal auch wirklich aus, als ob es gleich abfault.
Dann kam mir auch irgendwann die Idee eine Art Tattoomaschiene zu bauen und nach ein paar Überlegungen und Ideen, baute ich mir kurz darauf meinen sogenannten "Skinkiller ONE". Er bestand aus einem 4,50 DM Woolworth Haarschneidegerät, einem alten Kugelschreiber, einer Nadel, einem Rohr, ein paar Teilen Lego und jeder Menge Heißkleber (leider kein Bild vorhanden). Damit bekam ich dann auch erstemal den schönen skate and destroy Schriftzug auf die Wade.
Mit 17 bekam ich dann auch meine langersehnte "richtige" Tätowierung. Es handelte sich um eine Spinne im Nacken, die ich in der Türkei (Side), eingeimpft bekam. 1 Tag Später suchte ich den Tätowierer erneut auf und ließ mir 2 weitere Spinnen stechen. Kurz nachdem ich 18 war, (hab ein wenig gebraucht, bis ich ein Studio gefunden hab, das mir das machte) lies ich mir feel free auf die Finger tätowieren. Ich war damals wohl ein Jugendlicher wie jeder andere auch, doch mit diesem Tattoo an meinen Fingern wollte ich mir Kraft und Mut geben und vor allem wollte ich mich auch daran hindern niemals irgend etwas zu machen, wo ich gesellschaftlich gezwungen bin mich irgendwie anzupassen und mich nicht frei entfalten zu können. Damals wußte ich noch nicht was ich jemals machen würde. Hätte man mir erzählt, das ich mal Tätowierer werde, hätte ich wohl darüber gelacht, doch ich wußte das diese Entscheidung richtig war.
Von meinem ersten Lohn kaufte ich mir sofort eine Einsteigertätowierausrüstung. Anfangs tätowierte ich nur an mir (Ich überarbeitete die zaghaft von Hand gestochenen ersten Tätowierungen) und fand auch bald mein erstes "Opfer". Durch das Sammeln praktischer Erfahrungen, durch Tätowierungen an Bekannten und Freunden und an mir selbst, lernte ich schnell die Techniken und Tricks im Handling mit der Maschine und bekam auch Routine und Sicherheit beim Tätowieren. Hiermit bedanke ich mich noch einmal bei allen Freunden, die ihr ganzes Vertrauen in mich setzten und sich für Ihr Leben lang zeichnen.
Ich übte immer mehr und traute mich an immer schwerere Arbeiten heran. Ich verdiente schon ein wenig Geld damit, was ich natürlich sofort wieder investierte, entweder in neue Maschinen und Equipment (steril or die - sag ich da nur) oder natürlich in eigene Tätowierungen.
Die Tage kommen und gehen und tätowieren ist mittlerweile ziemlich stark in mir verwurzelt. Es gibt wohl keine Stunde am Tag, wo ich nicht wenigstens kurz über die Materie nachdenke oder mich
damit beschäftige. Es ist wohl meine einzige Sucht und gleichzeitig auch nicht. Weil eine Sucht kann man nicht loslassen - ich aber will nicht loslassen…
weitere Tattoos folgten. Auf den Beinen, Rücken, Brust, Handgelenke. Dann fing ich meinen linken Arm an zu tätowieren, über die Hand bis zu den Fingern. überall ein wenig, der andere Arm, auf dem Fuß, Schultern, Brustkreutz…
Ich fing an mich mit traditionellen Sachen auseinander zu setzten. Baute Schlegel und tatau Instrumente, um von Hand zu tätowieren und probierte erneut damit herum. Und genau dieses Herumprobieren ist ein unheimlicher Reiz und eine unheimliche Freude…
Ich habe gewiß noch Platz auf meinem Körper und werde gewiß auch noch etliche Stunden an meinem Körper tatauen und tätowiert werden. Ich glaube mir war auch schon von Kindesalter klar, das ich einmal am ganzen Körper tätowiert sein will und das hat sich bis zum heutigen Tage auch nicht geändert.
Meine Bodmod-phase...
Anfangs interessierte ich mich eigentlich weniger für Piercings. Ich hatte mir früher gewiß auch schon Nadeln durch die haut gesteckt oder mir in den Körper getackert, Sicherheitsnadeln durchs Ohr und so weiter. Meist nur so aus Launen heraus oder um mal auf einer Party zu schocken - aber eben nur so und nichts was ich dauerhaft drin lies - und so hatte das auch nichts mit Piercings für mich zu tun. Ich sagte auch jedem, der mich über diese Materie fragte, ”Ne alter, das gefällt mir net.” Dann - noch nicht mal so lange her - stand ich mit meiner Freundin auf einem Festival vor so einem “Piercing-Pfuscher-Festival-Kabinen-Stecher”. Nasenpiercing 12,50 EUR stand da. Und da meine Freundin schon immer ein Nasenring wollte, sagte ich, das ich ihr das schenke. Doch sie traute sich nicht und es fielen die Worte, das einer von uns mit so einem Nasenring hier weggeht. Ungeplanterweise mußte ich dann in die Kabine und hab spontan dann beschlossen, das der Überraschungsfaktor größer ist, wenn ich mir 2 reinmachen lasse. Nun stellte sich heraus, das es keine Ringe, sondern Stecker sind, die geschossen werden. Als unwissender denkst da nicht viel dabei. 2 mal “peng, peng” und alles fing an. 1 Tag später ersetzte ich die Stecker durch plastikbeschichteten Draht, den ich im Auto liegen hatte. Da der Draht fast doppelt so dick war, wie die Stecker, war das fast wie ein neues Piercing und deutlich schmerzhafter als das eigentliche ”Piercing” selbst.
Ich fing dann an meine Ohren mit immer mehr Drahtstücken aufzudehnen. Dann bekam ich für 20 Euro ein Lippenring. Und ich war infiziert. Ich informierte mich über die Materie, las viel und kaufte Schmuck und Nadeln und fing an herum zu experimentieren. Ich bekam immer mehr Piercings und meine Freunde langsam auch. Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto interessanter wurde es. Auch das intensive Gefühl, wenn die Nadel durch die Haut sticht und wieder heraustritt, fand ich eher weniger schmerzhaft. Es war eher ein fast schon angenehmes Gefühl. Es folgen im Laufe der Zeit immer mehr Piercings, Anfangs eher komplett planlos und später nahm ich dann viel wieder heraus uns strebte eine gewisse Symmetrie an (was sehr schwer sein kann, wenn ein Ohr auf 30mm gedehnt ist und im andern noch nicht mal ein Loch!!)
Doch auch das währte nicht ewig. Ich nahm viele Piercings wieder heraus und konzentrierte mich auf wenige. Ich fing an mein Septum zu dehnen, lies mir mein Labret auf 10mm scheiden und dehne weiter. Meine im Ohr anfangs 2 gedehnte Löcher pro Seite lies ich zu einem scheiden. Brustwarzen wurden gedehnt und ich stieg langsam aber sicher immer mehr in die body mod Welt ein. Ich schnitt mir meine ersten richtigen cutting selbst, im Gesicht, von der Stirn bis zur Backe runter. Ich lernte Ralf und Roland kennen, die mir immer sehr weiterhalfen und ohne die ich heute noch nicht so weit wäre. Ich bekam weitere scars im Gesicht, implants, Zungensplit, punch, ect…
Ich stieg immer mehr in den Bereich ein und investierte viel zeit und Herzblut. Ich sog alles auf und fing erneut an mit dem ausprobieren. Überwiegend an mir und an freunden. Ich würde sagen das ich mitlerweile so ziemlich alles mal an mir ausprobiert habe. Ich hatte viele Piercings und Sachen und habe vieles wieder aufgegeben. Ich entfernte Piercings meine implantate und fand zurück auf meinen ursprünglichen Pfad. Zum Tätowieren und zu den traditionellen dingen der bodymodification. Ich weiß man kann mehrere dinge auf einmal machen, aber man kann einfach nicht bei allem 100 Prozent geben und deswegen fand ich diesen Rückschritt sehr wichtig für mich, so das ich wieder all meine Aufmerksamkeit und liebe dem tätowieren schenken kann.
Dennoch bereue ich nichts und würde meine Modifikation auch nicht missen wollen.
I fucking love suspensions...
Als ich das erste mal ein Bild einer Suspension gesehen habe dachte ich „ was für Spinner“.
Als ich dann ein Erfahrungsbericht gelesen habe dachte ich das Ich das zumindest mal ausprobieren sollte.
Und als ich es dann tat habe ich mich verliebt....
Meine erste Suspension verlief wohl ein bißchen anders als die der meisten Leute.
Als ich den Entschluß gefaßt hatte eine Suspension auszuprobieren, hatte Ich nicht wirklich eine Ahnung von dem was es bedeutet, ich hatte keine Information, keine Videos oder irgend etwas.
Die einzigsten die ich kannte die einen bezug dazu hatten waren Ralf und Roland und als ich mit ihnen redete, wurde mein Wille es auszuprobieren nur noch stärker. Also fing ich an zu planen was wir benötigen um eine Suspension zu machen.
Bis zu diesem tage wußte ich noch nicht wieviel Leute suspensions machen und das es sogar events und treffen gibt um so etwas zu machen, also war der einzigste weg für uns es selber auszuprobieren. Und das taten wir. Zusammen mit 2 freunden kauften wir einen Seilzug, Nadeln, ließen hacken anfertigen und ich baute mein erstes Rig aus einem Stück Bambus und Bastschnurr. Als wir dann alles zusammen hatten könnten wir es nicht aushalten zu warten und mußten es sogleich machen. Die Temperaturen in diese Zeit waren leider nicht die die für eine Suspension ideal gewesen wären, doch noch mal ein paar Monate warten – unvorstellbar....
Wir setzen uns alle 3 gegenseitig die hacken ohne zu wissen was wir taten oder richtig informiert zu sein was wie am besten ist. Dann standen wir da mit den hacken im rücken und versuchten unser Glück. Im nachhinein weiß ich das wir an diesem tage ziemlich viel falsch gemacht haben. Doch wir hingen alle in der Luft und spätestens in dem Moment als wir den Boden verließen war uns klar das es sich gelohnt hatte. Es war wohl einer der verändersten Momente in meinem leben und hat mich weitaus mehr verändert als jede andere Bodymodification die ich trage.
Mittlerweile mache ich ständig suspensions, es gibt mir einfach ein unglaubliches Gefühl. Es ist nicht vergleichbar mit etwas anderem – Freiheit – Spaß – Entspannung – Spiritualität – Adrenalin –es ist einfach nicht möglich in Worte zu fassen was man mit einer Suspension erleben kann.
Ich glaube ich könnte mir ein leben ohne suspensions nicht mehr vorstellen. Ich liebe es zu hängen und ich liebe es anderen Menschen ein teil dessen zu geben und sie bei suspensions zu begleiten und ihnen die Möglichkeit zu geben es auszuprobieren und zu erleben..
Mein besonderer dank geht an Ralf, Roland, Clous, Xandie und alle die mich so unterstützten und mir halfen mich so schnell so zu entwickeln, ohne euch wäre ich niemals da wo ich heute bin.....
Und hiermit verabschiede ich mich für heute. Ich könnte wohl noch stundenlang hier sitzen und weitertippen, doch ich denke ich konnte euch ein wenig etwas von mir vermitteln und wenn ihr irgendwelche Fragen habt, helfe ich euch gerne weiter…
marc
|